Größter KI-Crash seit Corona – doch für diesen Altcoin ist (fast) alles ein Spiel
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Größter KI-Crash seit Corona – doch für diesen Altcoin ist (fast) alles ein Spiel

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nasdaq und Halbleiteraktien erleben einen der heftigsten Ausverkaufstage seit Jahren.
  • Immutable wandelt sich vom Blockchain-Gaming-Anbieter zum KI-Marketingdienstleister.
  • IMX bleibt für Gebühren, Staking und Governance im Ökosystem relevant.

Guten Morgen!

Mehr als drei Billionen US-Dollar Börsenwert an einem Tag ausgelöscht: Die Wall Street hat am Donnerstag einen der heftigsten Ausverkaufstage seit Jahren erlebt. Der Nasdaq verlor zeitweise mehr als 1340 Punkte beziehungsweise 5.2 Prozent, am Ende standen minus 5.52 Prozent. Auch der Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor (SOX) steuerte auf seinen größten Tagesverlust seit März 2020 zu. Bitcoin fiel auf rund 75 200 US-Dollar und ein neues Dreimonatstief. KI-Panik hin oder her: Für einen neuen Altcoin in unserem Analysepaket ist (fast) alles ein Spiel.

KI-Panik, Billionen-Blutbad – und ein neuer Altcoin in unserer Analyse!

Als gestern die Billionen im US-Markt purzelten, kochte mal wieder die Angst vor einem jähen Ende der KI-Euphorie hoch: Chipkonzerne und Technologieriesen hatten in den vergangenen Jahren Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren investiert. Nun wächst die Sorge, dass der Ausbau in den USA deutlich langsamer vorangehen könnte. Nach dem Wahlerfolg der Demokraten rechnen Marktteilnehmer mit stärkerem politischen Widerstand gegen neue Bauprojekte.

KI-Aktien, Tech-Titel und auch Kryptowährungen wurden gestern heftig abverkauft. Die Angst vor einer platzenden KI-Blase hat die Börse fest im Griff.

KI-Aktien, Tech-Titel und auch Kryptowährungen wurden gestern heftig abverkauft. Die Angst vor einer platzenden KI-Blase hat die Börse fest im Griff.

Gleichzeitig geraten die Finanzierungsmodelle und Bewertungen der KI-Branche unter Druck. Laut Wall Street Journal zweifeln wichtige Investoren zunehmend daran, dass der KI-Entwickler Anthropic bei einem geplanten Börsengang eine Bewertung von 1.5 Billionen US-Dollar erreichen kann. Ein Großinvestor soll inzwischen nur noch eine Billion US-Dollar für realistisch halten. Noch vor wenigen Monaten waren am Markt sogar mehr als zwei Billionen US-Dollar erwartet worden.

Die Unsicherheit griff auch auf andere Märkte über. Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach um rund neun Prozent ein, der Handel wurde zeitweise ausgesetzt. Bitcoin fiel nach seinem kurzen Anstieg über 80 000 US-Dollar zur Wochenmitte zurück auf 75 200 US-Dollar. Ethereum rutschte parallel auf rund 2200 US-Dollar. Verhältnismäßig resilient zeigte sich der Altcoin-Sektor – auch die Gaming-Branche. Ab heute neu in unserer Analyse: IMX von Immutable – eine Blockchain-Gaming-Koryphäe, für die (fast) alles ein Spiel ist.

Immutable: Vom Milliarden-Unicorn zum KI-Dienstleister – was bleibt vom IMX-Token?

Einst wurde Immutable als eines der vielversprechendsten Krypto-Start-ups Australiens gefeiert und galt als sogenanntes Unicorn – ein privates Start-up mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar. 2018 wurde das Projekt gegründet, 2019 beteiligte sich Coinbase an einer ersten Finanzierungsrunde in Höhe von 2.4 Millionen Dollar.

Der große Durchbruch gelang 2022, als Immutable einen Blockchain-Gaming-Fonds in Höhe von 100 Millionen Dollar mit Gamestop aufsetzte und bei einer weiteren Finanzierungsrunde mit Animoca Brands und Tencent auf 2.5 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Große Pläne, große Partner: Immutable will Gaming-Infrastruktur auf Ethereum bringen und skaliert dafür Transaktionen. Zu den Kunden zählten bisher Namen wie Ubisoft, Marvel, Disney und Gamestop.

Große Pläne, große Partner: Immutable will Gaming-Infrastruktur auf Ethereum bringen und skaliert dafür Transaktionen. Zu den Kunden zählten bisher Namen wie Ubisoft, Marvel, Disney und Gamestop.

Bereits zuvor hatte die Entwicklung von Immutable X als Blockchain-Unternehmen begonnen, der eigene IMX-Token debütierte Anfang November 2021. Immutables Ziel war es, ein Problem von Ethereum beheben: Transaktionen auf der Haupt-Blockchain können langsam und teuer sein. Immutable X bündelt deshalb Transaktionen außerhalb der Ethereum-Hauptkette und übermittelt kryptografische Nachweise an Ethereum. Dadurch lassen sich beispielsweise NFTs – digitale Besitznachweise für Gegenstände wie Karten oder Spielfiguren – schneller und günstiger handeln.

Schnell kamen große Namen an Bord. So stellte Immutable etwa die Marktplatz-Architektur (Back-End) für digitale Sammlerstücke und Krypto-Projekte von Disney und Marvel bereit. Im Februar 2026 wurde die alte Immutable-Blockchain abgeschaltet und mit der neuen Version Immutable zkEVM ersetzt. Sie ist mit Ethereum kompatibel und unterstützt neben NFT-Handel auch komplexere Anwendungen und Spielmechaniken. Zum Angebot gehört außerdem Immutable Passport. Die Wallet- und Anmeldelösung soll den Einstieg in Blockchain-Spiele vereinfachen: Spieler können sich über ihre E-Mail-Adresse anmelden, statt selbst eine Wallet einzurichten.

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Das Ökosystem: Große Namen und ein Strategiewechsel

Zu den bekanntesten Projekten aus dem Immutable-Ökosystem zählen Gods Unchained und Guild of Guardians. Während es sich bei Gods Unchained um ein Sammelkartenspiel mit handelbaren digitalen Karten handelt, ist Guild of Guardians ein Mobile-Rollenspiel. Auch das Blockchain-Spiel Illuvium nutzte die Infrastruktur von Immutable X für den Handel mit digitalen Spielgegenständen. Darüber hinaus arbeitete das Unternehmen mit verschiedenen Spieleentwicklern und Plattformen zusammen. Zu den bekanntesten Partnern gehörten GameStop und Ubisoft.

IMX ist von seinem Allzeithoch 2021 rund 99 Prozent gefallen und vom 2024er-Hoch satte 97 Prozent. Der gesamte Krypto-Gaming-Sektor ist heftig unter die Räder gekommen.

IMX ist von seinem Allzeithoch 2021 rund 99 Prozent gefallen und vom 2024er-Hoch satte 97 Prozent. Der gesamte Krypto-Gaming-Sektor ist heftig unter die Räder gekommen.

Die Kooperation mit GameStop galt zunächst als wichtiger Schritt in Richtung Massenmarkt. Der Videospielhändler integrierte Immutable X Ende Oktober 2022 in seinen NFT-Marktplatz. Die Plattform sollte den Handel mit digitalen Spielgegenständen ermöglichen. Das Projekt hielt allerdings nicht lange: GameStop schloss seinen Marktplatz im Februar 2024 wegen regulatorischer Unsicherheit. Auch die Spieleentwicklung bei Immutable wurde zurückgefahren: Im Juni 2026 strich das Unternehmen 29 Stellen in seinen Spieleentwicklungsteams. Gods Unchained sollte als Kernprojekt weitergeführt werden, Guild of Guardians wechselte in einen Wartungsmodus.

Hinter den Veränderungen steht ein grundlegender Strategiewechsel. Immutable will sich stärker auf Dienstleistungen für die gesamte Spielebranche konzentrieren – nicht mehr nur auf Blockchain-Spiele. Im Mittelpunkt steht mittlerweile Immutable Audience, eine KI-gestützte Marketing- und Datenplattform. Sie soll Studios helfen, potenzielle Spieler zu identifizieren, Marketingkampagnen zu steuern und Interessenten in aktive Nutzer umzuwandeln. Zu den Kunden gehört Ubisoft. Die Plattform richtet sich auch an klassische Spieleentwickler, die keine Blockchain-Technologie einsetzen.

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An der Börse hat IMX seit seinem Rekordhoch deutlich an Wert verloren. Im November 2021 erreichte der Token zeitweise einen Kurs von knapp zehn US-Dollar. Nach dem Einbruch des Kryptomarktes fiel er 2022 unter 0.40 US-Dollar, bevor er sich 2024 zeitweise wieder der Marke von vier Dollar näherte (bei einer Marktkapitalisierung von rund 5.2 Milliarden Dollar). Zuletzt notierte IMX bei rund 0.12 Dollar. Die Marktkapitalisierung lag damit bei etwa 110 Millionen Dollar. Die maximale Menge beträgt zwei Milliarden Token; die tatsächlich umlaufende Menge liegt laut den zuletzt herangezogenen Marktdaten bei rund 904 Millionen IMX.

IMX-Tokenomics: Wie entsteht Nachfrage nach dem Token?

Dass Immutable das eigene Blockchain-Business zugunsten neuer KI-Projekte kürzt, bringt neue Herausforderungen für die Nutzung von IMX, bedeutet aber nicht, dass der Token seine Funktion verloren hat. Auf Immutable zkEVM dient er als Gas-Token zur Bezahlung von Transaktionsgebühren und wird für Staking und Governance eingesetzt. Auch die Gebührenmechanik besteht fort: 20 Prozent der Protokollgebühren müssen in IMX entrichtet werden. Sind die Token nicht vorhanden, können sie nach den vorgesehenen Mechanismen am offenen Markt erworben werden. Die daraus entstehenden Einnahmen fließen in den Staking-Rewards-Pool.

Von den zwei Milliarden IMX sind laut Onchain-Daten rund 900 Millionen im Umlauf. IMX hat mehrere Aufgaben, der Strategiewechsel von Immutable wirft Fragen auf.

Von den zwei Milliarden IMX sind laut Onchain-Daten rund 900 Millionen im Umlauf. IMX hat mehrere Aufgaben, Immutables Strategiewechsel in Richtung KI und Offchain-Gaming wirft Fragen auf.

Die neue Marketingplattform Immutable Audience benötigt für ihre eigentliche Funktion – die Analyse von Spielerdaten und die Steuerung von Marketingkampagnen – allerdings keinen IMX-Token. Sie wird als Software-Dienstleistung für Spieleentwickler angeboten. Indirekt könnte sie die Token-Nachfrage dennoch fördern: Immutable will damit mehr Spieler in sein Ökosystem bringen. Sobald diese Nutzer auf den angebundenen Blockchains beispielsweise NFTs handeln oder andere gebührenpflichtige Transaktionen ausführen, greifen die Protokollgebühren und damit auch die IMX-Mechanismen. Nach eigenen Angaben zählt Immutable derzeit rund 25 000 aktive Spieler und mehr als 800 angebundene Spiele.

Entscheidend ist deshalb, ob es Immutable gelingt, die Reichweite seiner Marketingplattform tatsächlich in mehr wirtschaftliche Aktivität auf der Blockchain umzuwandeln. Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Immutable kann mit Audience auch dann wachsen, wenn die Blockchain-Nutzung kaum zunimmt. Für den IMX-Token wäre ein solcher Erfolg allein jedoch kein ausreichender Wachstumstreiber. Damit IMX profitiert, müssten die neuen Dienstleistungen zusätzliche Spieler und Transaktionen auf Immutable zkEVM bringen, damit die Gebühreneinnahmen steigen. Dabei würde auch eine Rückkehr des Gaming-Trends im Kryptomarkt helfen, der seit 2022 heftig unter die Räder gekommen ist.

Mit Immutable erweitern wir das Altcoin-Analysepaket um ein Projekt aus dem Gaming- und Blockchain-Sektor. Neben IMX kommen auch Hyperliquid, Ondo, Optimism und Near neu hinzu. Damit deckt das Paket weitere Bereiche des Kryptomarktes ab – von dezentralen Handelsplattformen und tokenisierten Finanzanlagen bis hin zu Infrastruktur für Blockchain-Anwendungen. Die neuen Werte werden künftig in die regelmäßigen schriftlichen und Video-Analysen aufgenommen. Abonnenten erhalten täglich aktuelle Charts mit Zielzonen, Einstiegsbereichen und kurz- bis langfristigen Preisprognosen für insgesamt 25 Altcoins.

FAQ: Immutable X erfindet sich neu

Was ist Immutable (IMX)?

Immutable ist ein Blockchain-Unternehmen mit Schwerpunkt auf Gaming. Die Infrastruktur soll Spieleentwicklern ermöglichen, digitale Gegenstände und Transaktionen auf der Blockchain abzubilden.

Wofür wird der IMX-Token verwendet?

IMX dient im Immutable-Ökosystem unter anderem zur Bezahlung von Transaktionsgebühren, für Staking und für Governance. Außerdem ist ein Teil der Protokollgebühren an den Token gebunden.

Was ist Immutable Audience?

Immutable Audience ist eine KI-gestützte Marketing- und Datenplattform. Sie soll Spieleentwicklern helfen, potenzielle Spieler zu identifizieren, Kampagnen zu steuern und mehr Nutzer zu gewinnen.

Wie könnte Immutable Audience die Nachfrage nach IMX beeinflussen?

Die Plattform benötigt für ihre Marketingfunktionen keinen IMX-Token. Wenn sie jedoch mehr Spieler in das Immutable-Ökosystem bringt und dadurch zusätzliche gebührenpflichtige Transaktionen entstehen, könnte dies indirekt die Nachfrage nach IMX erhöhen.

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Simeon Koch

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