Mit KI generiert
Chart des Tages: In diesem Format ordnen HKCM-Analysten regelmäßig ein, welche Werte und Märkte sie gerade besonders beschäftigen. Heute geht es um einen Bitcoin-Miner auf dem Weg zum KI-Vermieter: Riot Platforms. Die wichtigsten Punkte:
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Mit dem größten Mietvertrag seiner Firmengeschichte hat Riot Platforms am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. Der US-Konzern vermietet seinen kompletten Campus im texanischen Corsicana für 15 Jahre an ein führendes KI-Labor. Die Aktie sprang daraufhin zweistellig nach oben. Vom Hoch aus dem Sommer ist sie trotzdem weit entfernt: Seitdem hat sie rund die Hälfte ihres Werts verloren.
Unser Analyst hält genau diese Lücke zwischen Geschäftsentwicklung und Aktienkurs für bemerkenswert. „Die spannendste Chance bei Riot liegt möglicherweise nicht mehr allein im Bitcoin-Kurs“, sagt er. Im Chart erkennt er nach der langen Korrektur eine mögliche Bodenbildung. Bestätigt sich dieses Bild, könnte sich für langfristig orientierte Anleger eine interessante Einstiegsgelegenheit eröffnen.
Vom Bitcoin-Miner zum KI-Vermieter: So sieht Riots zweites Standbein aus
Der neue Vertrag umfasst 910 Megawatt kritische IT-Leistung und soll über die Laufzeit rund 28 Milliarden US-Dollar einbringen. Im Schnitt entspricht das etwa 1.8 Milliarden US-Dollar Miete pro Jahr. Mieter ist dasselbe KI-Labor, das bereits am Standort Rockdale 191 Megawatt gebucht hat. Medienberichten zufolge handelt es sich um Anthropic, den Entwickler des KI-Assistenten Claude. Übergeben wird der Campus in drei Stufen zwischen September 2027 und Juli 2028.
Bemerkenswert ist die Konstruktion des Vertrags. Riot liefert Grundstück, Stromversorgung und vorbereitete Flächen, der Mieter installiert und betreibt die Rechentechnik selbst. Auch die laufenden Kosten einschließlich Strom trägt der Mieter. Die Miete ist unabhängig von der tatsächlichen Auslastung fällig. Mit rund sechs Millionen US-Dollar je Megawatt braucht Riot nach eigenen Angaben nur etwa halb so viel Kapital wie für ein herkömmliches Tier-3-Rechenzentrum.
Hinzu kommen der Rockdale-Vertrag über rund 9.1 Milliarden US-Dollar und ein Mietvertrag mit dem Chipkonzern AMD über zunächst 50 Megawatt. Insgesamt hat Riot damit 1151 Megawatt vermietet, das vertraglich gesicherte Umsatzvolumen beziffert das Unternehmen auf rund 38 Milliarden US-Dollar. Der jüngste Abschluss ist für den Analysten „ein potenzieller Wendepunkt für die Investment-Story“. Riot baue damit zunehmend konkrete und langfristige Kundenbeziehungen auf.

Riots Umbau in Zahlen: Das Mining schrumpft, Engineering und Rechenzentren wachsen. Vermietet sind inzwischen 1151 Megawatt IT-Leistung
Die Quartalszahlen zeigen, wie weit der Umbau bereits ist. Im dritten Quartal setzte Riot 181.4 Millionen US-Dollar um und damit etwa so viel wie im Vorjahr. Das Mining brachte wegen des deutlich niedrigeren Bitcoin-Preises nur noch 116 Millionen US-Dollar ein, nach 160.8 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Aufgefangen haben das die Engineering-Sparte mit 47 Millionen und das neue Rechenzentrumsgeschäft mit 18.4 Millionen US-Dollar. Für den Analysten entsteht so „neben dem klassischen Mining-Geschäft eine zweite wirtschaftliche Säule“.
Nach dem Kursrutsch: Bildet die Riot-Aktie gerade einen tragfähigen Boden?
Charttechnisch blickt der Analyst auf eine ausgeprägte Korrektur, die nach seiner Zählung zuletzt abgeschlossen worden sein könnte. Sein Elliott-Wellen-Szenario sieht zunächst eine Erholung vor, danach einen erneuten Rücksetzer und anschließend eine größere Aufwärtsbewegung. Einen Freifahrtschein leitet er daraus ausdrücklich nicht ab. Die eingezeichnete Projektion sei „zunächst eine mögliche Zielstruktur und kein bestätigtes Kaufsignal“.

Riot Platforms im Vier-Stunden-Chart: Nach der Korrektur sieht der HKCM-Analyst eine mögliche Bodenbildung, die der Kurs noch bestätigen muss
Zur Bestätigung achtet er vor allem auf den Wochenchart. Ein nachhaltiger Anstieg des Relative-Stärke-Index (RSI) aus dem schwachen Bereich und ein bullischer Schnitt im MACD wären für ihn erste Hinweise auf nachlassenden Verkaufsdruck. Zudem müsste Riot höhere Tiefs ausbilden und wichtige Widerstände zurückerobern. Ein Alternativszenario mit deutlich tieferen Kursen hat er ebenfalls eingezeichnet, gewichtet es aber geringer.
Seine positive Sicht würde er überdenken, wenn die übergeordnete Unterstützungszone nachhaltig fällt und eine anschließende Erholung daran scheitert. Kämen dann noch operative Probleme hinzu, wäre das für ihn „ein deutliches Warnsignal“. Aufschlussreich ist für ihn auch, ob der Kurs den Nachrichten folgt. Schwächelt die Aktie trotz neuer Großaufträge, sieht der Markt womöglich noch erhebliche Risiken oder hat das künftige Wachstum bereits weitgehend eingepreist.
Megawatt sind noch keine Miete: Wo der Analyst die größten Risiken sieht
Das größte Risiko sieht der Analyst darin, dass der Markt künftige Rechenzentrumsumsätze schon heute einpreist. Ein erheblicher Teil der Infrastruktur muss schließlich erst noch gebaut und finanziert werden. Riot hat dafür in den ersten neun Monaten des Jahres 20 264 Bitcoin für rund 1.5 Milliarden US-Dollar verkauft. Allein im dritten Quartal trennte sich das Unternehmen von 10 599 Bitcoin. Der Bestand schrumpfte dadurch von 11 380 Bitcoin Ende Juni auf nur noch 2418 Bitcoin Ende September. Als Geldquelle für die anstehenden Bauphasen ist die einst große Bitcoin-Reserve damit weitgehend ausgeschöpft.
Weiteres Kapital soll nun vor allem über Projektkredite kommen. Neue Aktien will das Management derzeit nicht ausgeben. Werden Finanzierungen deutlich teurer, sieht der Analyst trotzdem das Risiko einer Verwässerung. Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit: Rund 37 der 38 Milliarden US-Dollar Vertragsvolumen entfallen auf einen einzigen Mieter. Außerdem drängen Konkurrenten wie MARA, Core Scientific, IREN, TeraWulf oder Cipher Digital in denselben Markt. Der Analyst rät deshalb zu einem nüchternen Blick auf die Ankündigungen: „Nicht jedes angekündigte Megawatt ist bereits ein wirtschaftlich produktives Megawatt.“
Unterm Strich trifft bei Riot eine weitreichende Neuausrichtung auf ein Chartbild, das eine Wende zumindest andeutet. Der Analyst will beides zusammen sehen: eine überzeugende Unternehmensgeschichte und einen Markt, der beginnt, sie zu honorieren. Wo genau der Analyst Einstiegsbereiche, Kursziele und Absicherungen für Riot Platforms sieht, lesen Sie im Minen-Paket von HKCM. Darin begleiten unsere Analysten neben Bitcoin-Minern auch Gold-, Silber-, Kupfer- und Lithiumwerte.



