Fünf Billionen Dollar wert – und reif für den Absturz? Apple im Check
#Technologie

Fünf Billionen Dollar wert – und reif für den Absturz? Apple im Check

Author

Nikolai Heger

Mit KI generiert

Chart des Tages:

In diesem Format ordnen HKCM-Analysten regelmäßig ein, welche Werte und Märkte sie gerade besonders beschäftigen. Heute geht es um den iPhone-Konzern: Apple. Die wichtigsten Punkte:

•       Kurzfristig: Weitere Kursgewinne und sogar neue Hochs sind mit dem Szenario unseres Analysten noch vereinbar.

•       Übergeordnet: Unsere Elliott-Wellen-Analyse spricht für eine größere Korrektur, die einen erheblichen Teil der Rally seit 2025 zurücknehmen könnte.

•       Fundamental: Vor dem Weihnachtsgeschäft trifft ein ausverkauftes Foldable auf höhere iPhone-Preise und steigende Speicherkosten.

Apple erlebt einen Herbst der Superlative. Das erste faltbare iPhone war binnen Stunden bis Ende Januar ausverkauft, die Aktie notiert nur knapp unter ihrem Rekordhoch. Der HKCM-Analyst mahnt dennoch zur Vorsicht. Unsere Elliott-Wellen-Analyse deute darauf hin, „dass die Aktie vor einer größeren Korrektur stehen könnte“. Gerade für langfristig orientierte Anleger könnte daraus womöglich eine interessante Einstiegsgelegenheit entstehen.

Weihnachtsquartal: Teure iPhones treffen auf ein knappes Foldable

Fundamental geht Apple mit Rückenwind in die entscheidenden Wochen vor Weihnachten. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 109.4 Milliarden US-Dollar. Allein das iPhone brachte 54.3 Milliarden US-Dollar ein. Für das Septemberquartal stellte das Management ein Plus von neun bis elf Prozent in Aussicht. Mitte Oktober überschritt der Börsenwert erstmals die Marke von fünf Billionen US-Dollar.

Beim neuen Spitzenmodell fällt das Bild gemischter aus. Das iPhone 18 Pro ist seit dem 18. September erhältlich und kostet in den USA 100 US-Dollar mehr als sein Vorgänger. Apple begründet die Preiserhöhungen mit den Kosten für Speicherchips, die im KI-Boom kräftig gestiegen sind. Laut Nikkei Asia kürzte der Konzern die Bauteil-Bestellungen für Oktober wegen schwächerer Nachfrage um mindestens 15 Prozent. JPMorgan wertet das als übliche Anpassung nach dem Marktstart, zumal das günstigere Basismodell erst im Frühjahr 2027 folgt.

Teurer in die Saison

Teurer in die Saison: Die Pro-Modelle kosten 100 US-Dollar mehr, das iPhone Duo startet bei 1999 US-Dollar. Am 2. November folgen die Quartalszahlen.

Für Fantasie sorgt das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Smartphone. Trotz eines Einstiegspreises von 1999 US-Dollar war es nach dem Start der Vorbestellungen am 16. Oktober binnen Stunden bis Ende Januar vergriffen. Apple selbst nennt die Nachfrage „schlicht außergewöhnlich“. Morgan Stanley traut dem Gerät im Dezemberquartal rund 14 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Umsatz zu.

Am 2. November legt Apple die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Es ist der erste Bericht unter John Ternus, der Anfang September die Nachfolge von Tim Cook als CEO angetreten hat. Im Fokus dürfte vor allem der Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft stehen. Anleger wollen wissen, wie stark die höheren Speicherkosten die Marge belasten.

Chartbild: Erst noch Luft nach oben, dann die große Korrektur

Apple im Tageschart

Apple im Tageschart: Übergeordnet erwartet unser HKCM-Analyst eine größere Korrektur, alternativ zunächst einen kleineren Rücksetzer und neue Hochs.

„Apple gehört für uns aktuell zu den besonders spannenden Charts“, sagt unser HKCM-Analyst. Im kurzfristigen Hauptszenario sehen sie zunächst noch Aufwärtspotenzial, selbst neue Rekordhochs wären damit vereinbar. Danach rechnen sie mit einer deutlichen Abwärtsbewegung. Entscheidend sei, wie die Aktie auf dem Weg nach oben reagiert: Ein klarer Richtungswechsel nach unten würde das Szenario stützen. Möglich sei aber auch, dass die Erholung schon früher endet.

Übergeordnet erwartet unser Analyst eine Korrektur, die einen erheblichen Teil der Kursgewinne seit dem Frühjahr 2025 zurücknehmen kann. Das fügt sich in ihr Bild vom US-Markt: Auch bei den meisten Indizes rechnen sie mit größeren Rücksetzern. Als Indexschwergewicht würde Apple eine solche Bewegung maßgeblich mitprägen. Die Alternative sieht zunächst eine begrenztere Korrektur mit anschließend nochmals neuen Hochs vor. Ihre Wahrscheinlichkeit taxieren die Analysten auf gut ein Drittel.

Genau beobachten will unser Analyst, welche Struktur die nächste Abwärtsbewegung entwickelt. Ausmaß und Verlauf des Rückgangs seien für die weitere Bewertung entscheidend. Das größte Risiko sehen sie darin, die aktuelle Stärke als Bestätigung eines dauerhaften Aufwärtstrends zu verstehen. Konsequenzen haben sie bereits gezogen: „Unsere zuvor große Position haben wir in den vergangenen Monaten deutlich reduziert.“

Was die erwartete Korrektur für langfristige Anleger bedeutet

Für langfristig orientierte Anleger kann der erwartete Rücksetzer zur Chance werden. Verläuft er wie skizziert, könnte sich ein deutlich günstigerer Einstieg in einen der wichtigsten Tech-Werte der Welt bieten. Wo die Analysten mögliche Einstiegs- und Zielbereiche sehen und welche Marken ihre Szenarien bestätigen oder verwerfen, zeigen sie regelmäßig im US-Titans-Analysepaket von HKCM.

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Nikolai Heger

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