Das Wichtigste in Kürze:
Trump will künstliche Intelligenz künftig als „Super Intelligence“ bezeichnen.
Elon Musk zieht mit und will SpaceXAI in SpaceXSI umbenennen.
Ob sich der neue Begriff durchsetzt, bezweifeln viele Branchenvertreter.
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Donald Trump will die Künstliche Intelligenz abschaffen – zumindest namentlich. Der US-Präsident lässt seine Regierung künftig von Super Intelligence sprechen, und Elon Musk zieht demonstrativ mit: Seine KI-Sparte SpaceXAI soll künftig SpaceXSI heißen. Während die Tech-Branche über die ungewöhnliche Wortwahl diskutiert, entstehen kuriose Nebeneffekte. Ausgerechnet in Slowenien bricht jetzt ein skurriler Goldrausch aus. Was es damit auf sich hat, warum Wissenschaftler vor der Neubenennung von KI warnen und welche Folgen die Tech-Branche erwartet.
Trump erklärt die KI zur „Super Intelligence“
Den Startschuss gab Trump selbst. Mit einer Executive Order wies der US-Präsident die US-Regierungsbehörden an, in offiziellen Dokumenten und ihrer Kommunikation künftig nicht mehr von Artificial Intelligence, sondern von Super Intelligence beziehungsweise SI zu sprechen. Die Anordnung richtet sich allerdings an die Exekutive und hat keine unmittelbare rechtliche Wirkung auf private Unternehmen. Zugleich soll eine Definition des neuen Begriffs für die US-Regierung erarbeitet werden.

Trump unterzeichnete einen Exekutivbefehl, der die offizielle Bezeichnung von KI in Superintelligence ändert. Elon Musk zieht mit, Experten kritisieren den Schritt.
Trump begründet die Umbenennung vor allem mit dem Wort artificial. Es lasse Intelligenz künstlich oder gar unecht erscheinen, obwohl die Technologie aus seiner Sicht inzwischen weit darüber hinausgehe. Das Weiße Haus argumentiert ähnlich: Super Intelligence solle die tatsächlichen Fähigkeiten moderner Systeme besser beschreiben und verdeutlichen, dass sie neue Formen menschlicher Kreativität und bisher nicht mögliche Anwendungen ermöglichen.
Elon Musk macht aus SpaceXAI jetzt SpaceXSI
Elon Musk ließ nicht lange auf sich warten. Auf die Frage eines Nutzers auf X, ob sein neu strukturiertes KI-Konglomerat SpaceXAI in SpaceXSI umbenannt werde, antwortete der Tesla- und SpaceX-Chef schlicht: „Ja, wir ziehen diese Änderung durch.“ Kurz zuvor hatte Musk bereits geschrieben: „Nie mehr KI. SI. Das ist besser“ und anschließend ergänzt: „Das war schon immer besser.“ Gestern schickte Musk auf X dann hinterher: „SpaceX ist ein Superintelligenz-Unternehmen.“

Warum eigentlich SI statt KI? Neben den politischen Motiven wird vermutet, dass Elon Musk der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen will.
Ganz vollzogen ist die Umbenennung allerdings noch nicht. Der X-Account von SpaceXAI trägt am Montag weiterhin den bisherigen Namen, einen konkreten Zeitplan nannte Musk nicht. Erst wenige Monate zuvor war aus xAI die Bezeichnung SpaceXAI geworden. Auf Social Media wird bereits spekuliert, dass hinter der erneuten Umbenennung auch eine Spitze gegen andere KI-Unternehmen stecken könnte (etwa gegen OpenAI, das Elon Musk einst mitgründete, sich dann aber mit dem heutigen Chef Sam Altman zerstritt). Belege dafür gibt es nicht.
Musk ist nicht der einzige Tech-Unternehmer, der den Begriff Superintelligence verwendet. Meta-Boss Mark Zuckerberg spricht bereits seit Jahren darüber und veröffentlichte im vergangenen Jahr einen Beitrag über Personal Superintelligence. Auch bei einem Treffen Trumps mit führenden Vertretern der Branche waren unter anderem die Chefs von Meta, OpenAI, Nvidia, Google und Anthropic vertreten. Das bedeutet freilich nicht, dass die Unternehmen ihre bisherige Bezeichnung aufgeben wollen.
In Slowenien beginnt ein skurriler Goldrausch
Besonders kurios sind die Folgen der neuen Wortwahl deshalb an einem ganz anderen Ort. Denn SI ist nicht nur Trumps Abkürzung für Super Intelligence, sondern zugleich das Länderkennzeichen (die sogenannte Domain) Sloweniens im Internet – analog zu .de in Deutschland. Nach Trumps Ankündigung schoss die Nachfrage nach slowenischen .si-Domains deshalb deutlich nach oben.
Innerhalb von nur 24 Stunden wurden knapp 4000 neue .si-Domains registriert. Zum Vergleich: Im gesamten vorherigen Monat waren es 3500 gewesen. Insgesamt gibt es inzwischen mehr als 217 000 aktive Domains mit der slowenischen Endung. Einen technischen Zusammenbruch habe der Ansturm laut dem slowenischen Domain-Register nicht verursacht.
Ganz so lukrativ, wie manche Schlagzeilen suggerieren, ist der Goldrausch allerdings nicht. Das slowenische Register wies Medienberichte zurück, wonach durch die zusätzliche Nachfrage Millionenbeträge in die Staatskassen gespült werden könnten. Für Unternehmen und Markeninhaber könnte der Ansturm dennoch ein Hinweis sein, relevante Domains frühzeitig zu sichern. Ähnliche Entwicklungen gab es bereits in früheren Tech-Booms bei der Endung .ai für Anguilla und .tv für Tuvalu (im Falle des Fernsehens).
Wie geht es jetzt für die Tech-Branche weiter?
Trumps Executive Order verändert zunächst vor allem die Sprache der US-Regierung – nicht die Technologie selbst. Aber der neue Begriff widerspricht in Teilen dem gängigen wissenschaftlichen Fachjargon. In der Forschung bezeichnet Superintelligence einen deutlich engeren und anspruchsvolleren Begriff. Gemeint ist eine hypothetische Form von Maschinenintelligenz, die menschliche Fähigkeiten in zahlreichen Bereichen übertrifft. Kritiker warnen davor, dass der neue Begriff zusätzliche Verwirrung stifte, statt die komplexe Debatte zu vereinfachen.

Experten kritisieren, dass der Begriff Superintelligence irreführend sei. Für den Konsumenten dürfte KI bzw. AI die dominante Bezeichnung bleiben.
Auch innerhalb der Tech-Branche wird bezweifelt, dass sich SI außerhalb des Regierungsapparats durchsetzen wird. Branchenvertreter und Lobbyisten sagten gegenüber dem internationalen Nachrichtenmedium Politico, dass Unternehmen den Begriff im Umgang mit der US-Regierung übernehmen könnten. Im normalen Geschäft, bei Produkten und in der Kommunikation mit Kunden dürfte dagegen weiterhin die seit Jahrzehnten etablierte Bezeichnung AI verwendet werden.
Der Tech-Sektor selbst bleibt robust: Vergangene Woche erreichte der Nasdaq Composite-Index mit 27 358 Punkten ein neues Allzeithoch und zugleich mit 27 190 Punkten den höchsten Wochenschluss seiner Geschichte. Der S&P 500 beendete den Freitag leicht im Plus bei 7 773 Punkten, während der DAX zurück über 25 200 Punkte kletterte. Auch Bitcoin legte über das Wochenende leicht zu, wurde bei rund 87 000 Dollar allerdings abgewiesen und notierte nach einem nächtlichen Rücksetzer am Montagmorgen bei etwa 86 000 Dollar.
Ethereum stieg über 2 700 Dollar. Die kumulierte Marktkapitalisierung des Kryptosektors liegt inzwischen bei gut 2.9 Billionen Dollar. Gleichzeitig zeigt der US-Dollar deutlich Stärke: Der Dollar-Index DXY notiert bei gut 102 Punkten. Gold stagniert dagegen bei rund 4 180 Dollar je Unze, während WTI-Rohöl auf etwa 90 Dollar je Barrel zurückgefallen ist.
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unter 2 500 Dollar. Gold fiel unter 4 400 Dollar je Unze.
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FAQ
Warum will Donald Trump KI in „Super Intelligence“ umbenennen?
Trump hält den Begriff „Artificial Intelligence“ für irreführend, weil „artificial“ seiner Ansicht nach künstlich oder unecht klingt. Seine Executive Order verpflichtet zunächst die US-Regierung, künftig „Super Intelligence“ beziehungsweise „SI“ zu verwenden. Private Unternehmen sind daran nicht unmittelbar gebunden.
Warum benennt Elon Musk SpaceXAI in SpaceXSI um?
Musk unterstützt Trumps neue Terminologie und bestätigte auf X, dass SpaceXAI entsprechend umbenannt werden soll. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er bislang nicht. Der offizielle Account von SpaceXAI trug zunächst weiterhin den bisherigen Namen.
Was hat Slowenien mit „Super Intelligence“ zu tun?
Die Abkürzung „SI“ entspricht dem Länder-Code Sloweniens und damit auch der Internet-Domain .si. Nach Trumps Ankündigung wurden innerhalb von 24 Stunden 3 930 neue .si-Domains registriert – mehr als im gesamten vorherigen Monat.
Wird sich „Super Intelligence“ in der Tech-Branche durchsetzen?
Das ist derzeit offen. Branchenvertreter und Lobbyisten gehen laut Politico davon aus, dass viele Unternehmen weiterhin „AI“ verwenden werden. „Superintelligence“ hat zudem bereits eine etablierte Bedeutung in der Forschung und kann dort eine hypothetische Intelligenz bezeichnen, die menschliche Fähigkeiten deutlich übertrifft.







