Ferrari-Sportwagen in Rot
#Global Markets

Ferrari sieht rot: Titel verloren & Short-Signal geliefert

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Robert Fabian

Das Wichtigste in Kürze

  • Ferrari übertrifft die Erwartungen und hebt die Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an

  • Nach der rasanten Erholung biegt die Aktie in unsere rote Zielzone ein

  • Im Euro-Titans-Paket haben wir trotz der wirtschaftlichen Erfolge ein Short-Einstiegssignal erhalten

Als die Zielflagge fällt, steht Italien Kopf. Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister. Mit 20 Jahren und 68 Tagen ist er der jüngste Champion der Geschichte. Vor allem aber ist er der erste italienische Weltmeister seit Alberto Ascari. Der hatte seine beiden Titel 1952 und 1953 geholt, natürlich im Ferrari.

Mehr als 70 Jahre hat das Land auf diesen Moment gewartet. Nur in Maranello dürfte die Freude gedämpft ausgefallen sein. Denn der neue Weltmeister aus Bologna, nur einen Katzensprung vom Ferrari-Werk entfernt, sitzt nicht im roten Auto, sondern im deutschen Silberpfeil. Es kommt sogar noch bitterer: Seinen Platz bei Mercedes bekam Antonelli erst, weil Lewis Hamilton 2025 zu Ferrari gewechselt war. Die Scuderia hat sich ihren Bezwinger also gewissermaßen selbst in den Stall geholt.

Die Champagnerdusche fällt in unserem Euro-Titans-Paket allerdings aus: Trotz der hervorragenden Entwicklung erwarten unsere Analysten eine deutliche Korrekturbewegung, bevor es zu neuen Höhenflügen kommt. Am 5. November haben wir bei Ferrari deshalb ein Short-Einstiegssignal erhalten.

Meisterlich in der Bilanz

Operativ fährt Ferrari weiter allen europäischen Autobauern davon. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 1.9 Milliarden Euro, ohne Währungseffekte sogar um 10 Prozent. Das operative Ergebnis legte um 12 Prozent auf 563 Millionen Euro zu, das Ergebnis je Aktie um 14 Prozent auf 2.44 Euro. Analysten hatten mit 2.37 Euro gerechnet. Besonders stark entwickelte sich der industrielle freie Cashflow mit einem Plus von 43 Prozent auf 567 Millionen Euro.

Angetrieben wird das Wachstum nicht von den Stückzahlen, sondern von den Extras. Kunden lassen ihre Ferrari immer aufwendiger individualisieren. Zuletzt machten Personalisierungen mehr als 20 Prozent des Umsatzes mit Fahrzeugen und Ersatzteilen aus. Das Auftragsbuch deckt bereits das gesamte Jahr 2027 ab. Entsprechend selbstbewusst hob das Management die Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an: Der Umsatz soll nun 7.65 Milliarden Euro erreichen, das bereinigte Ergebnis je Aktie mindestens 9.85 Euro.



Ferrari Aktie Q3 2025 - Q3 2026
Ferrari steigert im dritten Quartal Umsatz, operatives Ergebnis und Ergebnis je Aktie deutlich und hebt die Jahresprognose an.

Warum der Jubel verhalten bleibt

An der Börse fiel der Applaus trotzdem leiser aus, als die Zahlen vermuten lassen. Nach der Veröffentlichung gab die Aktie zunächst nach, bevor sie den Tag im Plus beendete. Manche Investoren hatten auf eine kräftigere Anhebung der Prognose gehofft. Das zeigt, wie hoch die Messlatte liegt: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 40 ist bei Ferrari viel Perfektion eingepreist.

Wie schnell schon kleine Enttäuschungen die Aktie ausbremsen, hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach gezeigt. Im Oktober 2025 rutschte sie nach enttäuschenden Langfristzielen am Kapitalmarkttag zeitweise um bis zu 16 Prozent ab. Im Mai 2026 kostete die Premiere des ersten Elektro-Ferrari Luce die Aktie knapp 8 Prozent. Hinzu kommen Unsicherheiten wie der Nahost-Konflikt, der Ferrari im Frühjahr temporär zu einem Lieferstopp in die Golfregion zwang.

Unsere Analyse: Rote Flagge nach der Erholung

Charttechnisch passt die jüngste Rally ins Bild. Seit dem Rekordjahr 2025 befindet sich die Ferrari-Aktie in einer größeren Korrektur. Den Anstieg vom Tief im Frühjahr werten wir nicht als neuen Aufwärtstrend, sondern als korrektive Erholung innerhalb dieser Korrektur. Mit dem Schub nach den Quartalszahlen hat diese Erholung nun unsere rote Zielzone erreicht. Damit haben unsere Abonnenten ein Short-Signal erhalten (keine Anlageberatung, nähere Infos im Euro-Titans-Paket).

In unserem Primärszenario markiert die Aktie in diesem Bereich ein Hoch und geht anschließend in eine Abwärtsbewegung über. Deren Tief sollte oberhalb der Unterstützung bei 197.85 Euro erreicht werden. Erst danach erwarten wir die nächste große Aufwärtsbewegung, die bis über den Widerstand bei 447.50 Euro reichen dürfte. Übergeordnet sehen wir im Anschluss sogar das Potenzial für ein neues Allzeithoch.

Alternativ könnte die Aktie auch ohne ein weiteres Tief direkt zur Oberseite ausbrechen und den Widerstand bei 447.50 Euro imminent hinter sich lassen (Wahrscheinlichkeit: 34 Prozent).

Ferrari Aktie - HKCM Analyse
Ferrari sendete uns am 5. November ein Short-Signal

In der Bilanz fährt Ferrari weltmeisterlich, doch nach der rasanten Erholung biegt die Aktie in unsere rote Boxengasse ein. Von hier aus erwarten wir den Boxenstopp in Form einer deutlichen Korrektur, bevor Ferrari zum nächsten Angriff auf die Spitze ansetzt. Wann die Lichter dafür angehen und in welchen Zielzonen wir die nächsten Chancen sehen, erfahren Abonnenten des Euro-Titans-Paket in unseren regelmäßigen Updates.

Dieser Beitrag stellt keine Handelsempfehlung dar.

LESEEMPFEHLUNG: Während Ferrari nach starken Zahlen in unsere rote Boxengasse einbiegt, haben wir bei Google nach dem Kurssturz das Gegenteil erhalten: ein Einstiegssignal. Warum ausgerechnet die KI-Sackgasse dorthin führt, lesen Sie hier: „Wenn möglich, bitte wenden!“ Googles KI-Sackgasse führt zum Einstiegssignal

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Robert Fabian

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