Dieses Bitcoin-Signal startete 2019 & 2023 den Bullrun (Es ist zurück – aber Vorsicht!)
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Dieses Bitcoin-Signal startete 2019 & 2023 den Bullrun (Es ist zurück – aber Vorsicht!)

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin notiert erstmals seit Oktober 2025 gefestigt über dem 50-Wochen-EMA
  • 2018 und 2022 war das ein Signal für den Start des neuen Bullruns
  • Aber Achtung: Bitcoin kämpft noch mit einem entscheidenden Preisniveau!

Guten Morgen!

Bitcoin hat den gestrigen Sonntag bei 80 350 US-Dollar beendet (koordinierte Weltzeit/UTC; 02:00 Uhr deutscher Zeit) und damit den höchsten Wochenschluss seit Mitte Mai hingelegt. Daran ist vor allem eines bemerkenswert: Bitcoin triggert ein Signal, das 2018 und 2022 das Ende des Bärenmarktes ankündigte.

An anderer Stelle kämpft BTC noch um ein Breakout aus dem bärischen Trend, der seit Oktober 2025 anhält. Ausgerechnet jetzt, wo die saisonal schwächste Phase des Jahres auf den Kryptomarkt wartet. Gelingt trotzdem der Übergang in die nächste Bullenphase? Oder gibt es eine dicke Enttäuschung?

Die dunkle Magie des 50-EMA

Einer der wichtigsten Zyklusindikatoren für Bitcoin ist der 50-Wochen-EMA (gleitender exponentieller Durchschnitt der vergangenen 50 Wochen). Diese Linie gilt als wichtiger langfristiger Trendfilter, weil sie ziemlich genau ein Börsenjahr abbildet (52 Wochen). Der 50-Wochen-EMA bildet einen gewichteten Mittelwert der letzten 50 Wochenkerzen (wobei die jüngere Vergangenheit stärkeren Einfluss hat).


In Bullenmärkten fungiert der 50-Wochen-EMA (gelbe Linie) als Unterstützung, in Bärenmärkten als Widerstand. Erstmals seit Oktober brach BTC darüber aus.


Um einen bullischen Trendwechsel herbeizuführen, reicht ein kurzer Sprung darüber nicht aus. Vielmehr braucht es einen bzw. optimalerweise mehrere bestätigte Wochenschlüsse oberhalb des 50-Wochen-EMA. Die vergangenen zwei Bärenmärkte (2018 und 2022) endeten mit einem solchen Ausbruch, inklusive Bestätigung durch mehrere Wochenschlüsse oberhalb des 50-Wochen-EMA.


Bitcoin hat den 50-Wochen-EMA überschritten, den 50-Wochen-SMA aber noch nicht. Der Kurs komprimiert aktuell dazwischen, der Ausbruch ist noch nicht komplett.


Wichtig ist hierbei zu verstehen: Analysten unterscheiden zwischen dem EMA (exponentieller gleitender Durchschnitt) und dem SMA (einfacher gleitender Durchschnitt). Der 50-Wochen-SMA bildet ebenfalls den Mittelwert der letzten 50 Wochen, aber gewichtet alle Wochenkerzen gleich. Deshalb schwankt er etwas weniger. Bitcoin hat zwar den 50-Wochen-EMA (der mit den jüngsten Korrekturen stärker nach unten ging) überschritten, den 50-Wochen-SMA (der weniger schnell auf solche Bewegungen reagiert) allerdings nicht!

Startet jetzt der Bitcoin-Bullrun?

SMA und EMA sorgen unter Analsten für unterschiedliche Auffassungen und teils widersprüchliche Aussagen. Manche signalisieren einen Ausbruch über den 50-Wochen-Durchschnitt, andere sehen Bitcoin darunter. Das kommt durch die fehlende Unterscheidung zwischen EMA und SMA. Der EMA wurde bereits überschritten, der SMA aber nicht. Weil beide gleitenden Durchschnitte historisch wichtig sind, komprimiert BTC aktuell dazwischen. Aber der 50-Wochen-SMA ist nicht die einzige Hürde, vor der Bitcoin gerade steht.


Typisches Muster beim Übergang vom Bären- in den Bullenmarkt: Bitcoin erobert das Preislevel zurück, das er vor der Bodenbildung verloren hatte. Der Ausbruch steht diesmal noch aus.


Denn Bitcoin folgte beim Ausbruch aus den letzten beiden Bärenmärkten einem weiteren sehr wichtigen Muster: Sowohl 2018 als auch 2022 eroberte BTC nach finaler Bodenbildung mit frischem Schwung jenes Preisniveau zurück, das er vor dem Absturz zum jeweiligen Zyklustief verloren hatte. Dasselbe geschah nach dem Corona-Crash.

Diese Preisniveaus sind im obigen Chart durch rote horizontale Linien markiert. Ein Bitcoin-Ausbruch (inklusive mehrerer Wochenschlüsse) darüber signalisierte 2018 und 2022 den Start eines neuen Bullruns (selbst der Corona-Crash brachte 2020 keine neuen Zyklustiefs). Aktuell liegt das Preisniveau, von dem aus Bitcoin im Mai auf seine bisherigen Zyklustiefs bei knapp unter 60 000 Dollar abstürzte, bei rund 83 000 Dollar. Und genau hier geriet die jüngste Rallye ins Stocken.

Vorsicht, Bitcoin!

2018, 2020 und 2022 lieferte der Relative-Stärke-Index (RSI; violette Linie im unteren Chartabschnitt) frühzeitig ein Signal, das die Rückeroberung der Preisniveaus vor dem finalen Bitcoin-Absturz ankündigte. Dieses Signal bestand darin, dass der RSI nach langen Abwärtstrends über seine gelbe gleitende Durchschnittslinie ausbrach, während Bitcoin zur bullischen Attacke blies.

Aktuell hat Bitcoin nur den ersten Teil dieses Signals erreicht: Zwar ist der RSI (nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch im Mai) über seine gelbe Durchschnittslinie gesprungen, aber das Preisniveau von 83 000 Dollar von Mitte Mai konnte bisher nicht durchbrochen werden. Noch steht diese Bestätigung eines neuen Aufwärtstrends also aus.


Der MACD (ganz unten) unterstreicht die jüngste Bitcoin-Stärke: Zum ersten Mal seit dem Absturz im Herbst 2025 zeigt der Momentum-Index eine bullische Kreuzung (grüner Kreis).


Doch die positiven Signale häufen sich: So hat der Momentum-Index MACD (unterster Chartabschnitt) vorvergangene Woche die erste positive Kreuzung seit dem Absturz im Herbst 2025 gezeigt (parallel zum RSI-Ausbruch über die gelbe Durchschnittslinie).

Ähnliches war auch 2018, 2020 und 2022 zu beobachten, bevor Bitcoin die horizontalen roten Linien durchstieß. Kann die aktuelle Rallye dieses Muster wiederholen und in einen neuen, nachhaltigen Aufwärtstrend überleiten? Oder kommt doch noch eine große Q4-Enttäuschung wie im vergangenen Jahr?


Startet Bitcoin gerade den nächsten Bullrun? Der Monatschart sagt: Abwarten! Preis und RSI sind noch nicht bullisch ausgebrochen, beim MACD steht die bullische Kreuzung noch aus.


Eine vorläufige Antwort auf diese Frage findet sich eine Zeitebene höher, nämlich auf dem Monatschart. Und diese Antwort lautet: Abwarten! 2018 und 2022 war der Bullrun-Start auch hier jeweils von einem Ausbruch des RSI über seine gelbe Durchschnittslinie sowie einer bullischen Kreuzung des MACD begleitet. Beides steht aktuell noch aus – genau wie der benötigte Ausbruch über 83 000 Dollar, um das erste höhere Wochenhoch seit Beginn des Abwärtstrends im Oktober 2025 zu markieren.

Es wäre also verfrüht, von einem bestätigten Bärenmarkt-Boden und einem erfolgreichen Bullrun-Start zu sprechen. Die Muster der Vergangenheit können dabei helfen, die aktuelle Situation einzuschätzen. Sie sind aber keine sichere Prognose!

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Auch der Kryptomarkt selbst scheint dem Braten zu Wochenbeginn noch nicht so richtig zu trauen. Nach dem Wochenschluss bei rund 80 350 Dollar rutschte Bitcoin direkt wieder unter die runde 80 000-Dollar-Marke, Ethereum gab gleichzeitig die 2500 Dollar wieder ab. Der breite Altcoin-Sektor holte übers Wochenende auf, die Bitcoin-Dominanz ging leicht auf 59.6 Prozent zurück.

An den Aktienmärkten hält die Spätsommer-Müdigkeit Einzug: Der S&P 500 stagniert weiter bei gut 7700 Punkten, der Nasdaq-100 hält bei rund 29 540 Punkten. Etwas schwächer starten auch Gold (4460 Dollar pro Unze) und WTI-Rohöl (91.25 Dollar pro Barrel).


HKCM-Gewinner und -Verlierer

Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent

 

Marvell

+7.05

Hut 8 Corp.

+6.19

Micron Technology

+6.10

Adobe

-6.73

Tesla

-5.92

Snowflake

-5.41

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